Jojobaöl
Jojobaöl wird aus den Samen von Simmondsia chinensis gewonnen, einem Strauch der Trockengebiete Nordamerikas — der Sonora-Wüste zwischen Arizona, Kalifornien und dem Norden Mexikos. Heute wird er auch in Argentinien, Peru und Israel angebaut. Der Artname chinensis geht auf eine Fehlbestimmung aus dem 19. Jahrhundert zurück: Mit China hat die Pflanze nichts zu tun.
Das Öl entsteht durch Kaltpressung der Samen. Unraffiniert ist es goldgelb und leicht wahrnehmbar im Geruch, raffiniert farblos und geruchsneutral. Anders als bei den meisten Fetten verändert die Raffination seine Eigenschaften kaum, da seine Wirkfraktion nicht aus empfindlichem Unverseifbarem besteht.
Kein Öl im eigentlichen Sinn
Das unterscheidet Jojoba von allen anderen Pflanzenölen. Chemisch ist es kein Triglycerid, sondern eine Mischung langkettiger Wachsester — dieselbe Molekülfamilie wie Bienenwachs oder Walrat, den es ab den 1970er-Jahren in der Kosmetikindustrie ersetzt hat.
Daraus folgen zwei Eigenschaften. Zum einen eine aussergewöhnliche Stabilität: Ohne mehrfach ungesättigte Bindungen wird Jojoba praktisch nicht ranzig, während ein gewöhnliches Öl binnen weniger Monate oxidiert. Zum anderen ein deutlich trockeneres Hautgefühl als bei Triglyceriden, mit rascher Aufnahme und mattem Finish.
Bei etwa 7 bis 10 °C erstarrt es zu einer weichen, trüben Masse und wird bei Raumtemperatur wieder klar. Ein Qualitätsmangel ist das nicht.
Anwendung in der Kosmetik
Stabilität und trockenes Hautgefühl machen es zu einer sehr vielseitigen Basis. Man findet es in Gesichtsölen und in der Gesichtspflege, in Körperölen, in Haarölen und -seren sowie in Make-up-Entfernern mit Ölphase.
Es ist ausserdem das gängigste Trägeröl für ätherische Öle: Sein neutraler Geruch und seine lange Haltbarkeit verhindern, dass die Mischung verdirbt, bevor sie aufgebraucht ist.
In der Seifenherstellung spielt es eine untergeordnete Rolle. Als Wachs lässt es sich schlecht verseifen und wird meist nur zur Überfettung in geringer Dosis eingesetzt. Für die Eigenherstellung lässt es sich mit Basiszutaten und Hydrolaten verarbeiten.
Aufbewahrung
Es ist das lagerstabilste Fett im Sortiment. In verschlossener Flasche und vor Licht geschützt hält es üblicherweise mehrere Jahre, ohne ranzig zu werden. Gelegentlich wird es empfindlicheren Ölen in kleiner Menge zugesetzt, um deren Haltbarkeit zu verlängern.
Häufige Fragen
Woher stammt Jojobaöl?
Aus den Samen von Simmondsia chinensis, einem Strauch der Sonora-Wüste, heute auch in Argentinien, Peru und Israel angebaut.
Warum heisst es, Jojoba sei kein Öl?
Chemisch ist es ein flüssiges Wachs aus langkettigen Estern und kein Triglycerid wie die übrigen Pflanzenöle.
Meine Flasche ist fest geworden, ist das normal?
Ja. Jojoba erstarrt bei etwa 7 bis 10 °C und wird bei Raumtemperatur wieder klar, ohne Schaden.
Wie lange ist es haltbar?
Mehrere Jahre in verschlossener Flasche und vor Licht geschützt. Es gehört zu den stabilsten Fetten überhaupt.
Goldgelb oder farblos?
Unraffiniertes Jojobaöl ist goldgelb und leicht geruchlich wahrnehmbar, raffiniertes farblos und neutral. Die Raffination verändert seine Eigenschaften kaum.
Eignet es sich zum Verdünnen ätherischer Öle?
Es ist eines der meistverwendeten Trägeröle, wegen seines neutralen Geruchs und seiner langen Haltbarkeit.
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